Strahlmittel im Überblick: Korund, Glas, Schlacke, Eis
Strahlmittel sind körnige Stoffe, die mit Druckluft auf eine Oberfläche geschleudert werden. Gebräuchlich sind kantige Mittel wie Korund und Schlacken, runde wie Glasperlen, metallische wie Stahlguss oder Drahtkorn sowie Trockeneis, das sublimiert. Quarzsand ist als Strahlmittel verboten: Nach DGUV Regel 100-500 dürfen Strahlmittel höchstens 2 % freie kristalline Kieselsäure enthalten.
Stahl entrosten durch Sandstrahlen: Sa 1 bis Sa 3
Abrasives Strahlen ist ein gängiges Verfahren, um Rost, Walzhaut und alte Anstriche von Stahl zu entfernen. Wie gründlich eine Fläche gestrahlt ist, beschreibt DIN EN ISO 8501-1 mit den Vorbereitungsgraden Sa 1 bis Sa 3. Für neue Korrosionsschutzbeschichtungen wird häufig Sa 2½ gefordert. Welcher Grad an einem bestimmten Bauteil erreichbar ist, hängt von dessen Zustand ab und wird vorher geklärt.
Schimmel und Trockeneisstrahlen: was geht, was nicht
Trockeneisstrahlen kann sichtbaren Schimmelbewuchs von festen Oberflächen mechanisch abtragen. Eine Schimmelsanierung ersetzt es nicht: Nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts muss zuerst die Ursache, meist zu viel Feuchte, geklärt und beseitigt werden. Befallene Materialien wie Gipskarton oder Dämmung werden in der Regel ausgebaut, und eine Desinfektion ist das Strahlen nicht.
Sandstrahlen: Staub und Rückstände richtig handhaben
Beim Sandstrahlen fallen Staub, verbrauchtes Strahlmittel und abgetragenes Material an, zusammen Strahlschutt genannt. Wie damit umgegangen wird, hängt vor allem davon ab, was abgetragen wird: Enthält die Altbeschichtung Schadstoffe, sind Einhausung, Absaugung und spezielle Schutzausrüstung nötig, und der Strahlschutt kann nach Abfallverzeichnis-Verordnung als gefährlicher Abfall (12 01 16*) gelten.
Oberfläche vor dem Beschichten richtig vorbereiten
Eine Beschichtung hält nur so gut wie ihr Untergrund: Er muss sauber, ausreichend rau und trocken sein. Für Stahl beschreiben DIN EN ISO 8501-1 die Reinheit, DIN EN ISO 8503 die Rauheit und DIN EN ISO 12944-4 die Verfahren. Welche Werte gelten, gibt das Beschichtungssystem vor. Nach dem Strahlen sollte zeitnah beschichtet werden, weil gestrahlter Stahl wieder anrosten kann.
Fassade und Graffiti: Trockeneis oder Sandstrahlen?
Für Graffiti und Verschmutzungen an Fassaden kommen Trockeneisstrahlen und abrasives Strahlen infrage. Welcher Weg passt, entscheidet der Untergrund: Abrasives Strahlen trägt neben der Farbe auch Material der Oberfläche ab, Trockeneis wirkt ohne Abrasion, löst aber nicht jede Farbschicht. Eine Probefläche klärt das. An Baudenkmälern sollte vor jeder Reinigung die Denkmalschutzbehörde einbezogen werden, weil Eingriffe genehmigungspflichtig sein können.
Entlacken: alte Beschichtungen sicher entfernen
Alte Lacke und Korrosionsschutzanstriche lassen sich durch abrasives Strahlen abtragen. Vorher sollte geklärt sein, was in der Beschichtung steckt: Ältere Anstriche können Blei, Chromate, Teer bzw. PAK oder sogar Asbest enthalten. Dann verlangen BG BAU und Technische Regeln weitergehende Schutzmaßnahmen wie Einhausung und Absaugung, und der Strahlschutt kann als gefährlicher Abfall gelten.
Brandschaden mit Trockeneis reinigen: Ablauf und Grenzen
Trockeneisstrahlen kann Ruß und Rauchniederschläge von geeigneten Oberflächen lösen. Es ist dabei ein Reinigungsschritt innerhalb der Brandschadensanierung, nicht ihr Ersatz: Nach der Richtlinie VdS 2357 wird die Brandstelle zuerst begangen und in Gefahrenbereiche eingeteilt, daraus folgen Sanierungskonzept und Schutzmaßnahmen. Der gelöste Ruß bleibt zurück und muss aufgenommen und entsorgt werden.
Trockeneisstrahlen oder Sandstrahlen: Was passt wofür?
Trockeneisstrahlen eignet sich vor allem zum Reinigen: Die Pellets lösen Öl, Fett und Ablagerungen und sublimieren danach, der gelöste Schmutz bleibt aber zurück. Sandstrahlen arbeitet abrasiv und wird gewählt, wenn Rost oder Altbeschichtungen abgetragen und Oberflächen für eine neue Beschichtung vorbereitet werden sollen. Welches Verfahren passt, hängt vom Ziel und vom Material ab und wird projektbezogen geprüft.
Was kostet Trockeneisstrahlen? Die Kostenfaktoren
Einen Pauschalpreis für Trockeneisstrahlen gibt es nicht. Die Kosten ergeben sich vor allem aus Fläche und Verschmutzung, Zugänglichkeit, Anfahrt, Vorbereitung und Abschirmung, der Aufnahme des gelösten Schmutzes und dem Trockeneisverbrauch. Je genauer Sie Ihr Projekt mit Fotos und Angaben beschreiben, desto belastbarer wird das Angebot.
Mobiler Strahleinsatz: Checkliste für Betriebe
Ein mobiler Strahleinsatz läuft dann reibungslos, wenn vorher Zufahrt und Stellfläche für Kompressor und Technik, Abschirmung, Lärmschutz, Belüftung bzw. Staubschutz und der Umgang mit Rückständen geklärt sind. Benennen Sie einen Ansprechpartner vor Ort und senden Sie aussagekräftige Fotos. Diese Checkliste hilft bei der Vorbereitung.
Maschinenreinigung mit Trockeneis: Ablauf und Grenzen
Trockeneis kann Öl, Fett und Produktionsrückstände von Maschinen lösen, oft ohne Wasser und Reinigungsmittel. Voraussetzung ist eine gute Vorbereitung: Die Anlage wird in der Regel freigeschaltet, elektrische Bereiche werden vorher geprüft, Lärm und CO₂ im Arbeitsbereich eingeplant. Bei unbekannten Oberflächen klärt eine Probefläche, ob das Verfahren passt.