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Schimmel und Trockeneisstrahlen: was geht, was nicht

Reinigung mit Trockeneis

Erst die Ursache, dann die Fläche

Schimmel wächst dort, wo es dauerhaft zu feucht ist. Der Leitfaden des Umweltbundesamts (UBA) zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall ist hier eindeutig: Vor einer Sanierung sind die Ursachen, die zum Befall geführt haben, zu klären und zu beseitigen. Das kann eine undichte Leitung sein, eindringendes Regenwasser, eine Wärmebrücke oder unzureichendes Lüften. Wer nur die Oberfläche reinigt und die Feuchte lässt, muss mit erneutem Wachstum rechnen.

Zur Orientierung teilt der Leitfaden sichtbaren Befall in drei Kategorien ein:

Kategorie Ausdehnung (Orientierung) Empfehlung laut UBA
1 geringe Oberflächenschäden, unter 20 cm² Ursache erkennen, Abhilfe einleiten
2 oberflächlich unter 0,5 m², tiefere Schichten nur lokal Freisetzung zeitnah unterbinden, Ursache mittelfristig beheben, Befall beseitigen
3 über 0,5 m², auch tiefere Schichten möglich Freisetzung sofort unterbinden, Ursache kurzfristig beheben, Sanierung durch eine Fachfirma

Die Flächenangaben sind ausdrücklich keine Absolutwerte. Tiefe und Art des Befalls sowie die Nutzung des Raums gehören zur Bewertung dazu.

Was Trockeneisstrahlen beitragen kann

Trockeneisstrahlen ist ein mechanisches Reinigungsverfahren: Die Pellets lösen Beläge durch Kälte und Aufprall und sublimieren danach, gehen also direkt in gasförmiges CO₂ über. Es wird kein Wasser eingebracht, was bei einem Feuchteschaden kein Nachteil ist. Infrage kommt das Verfahren für oberflächlichen Bewuchs auf festen, belastbaren Untergründen, wenn ein Sanierungskonzept die Reinigung dieser Flächen vorsieht. Ob das Ergebnis ausreicht, zeigt eine Probefläche und die Bewertung durch Fachleute.

Der UBA-Leitfaden nennt für massive Bauteile und Holz vor allem Absaugen, Fräsen oder Schleifen mit Absaugung sowie abrasive Verfahren wie Abhobeln. Trockeneisstrahlen ist dort nicht eigens aufgeführt. Es ist also eine mögliche Variante der mechanischen Entfernung, kein vorgeschriebenes oder besonders empfohlenes Verfahren.

Was es nicht leisten kann

  • Keine Desinfektion: Eine Desinfektion ist laut UBA eine Maßnahme, die Krankheitserreger so weit abtötet, dass sie keine Infektion mehr auslösen. Darum geht es bei der Schimmelsanierung in Wohn- und Arbeitsräumen nicht. Biozide hält der Leitfaden in den meisten Fällen für nicht sinnvoll.
  • Abtöten reicht nicht: Allergische und reizende Wirkungen können laut UBA auch von abgestorbenen Schimmelpilzen und ihren Bestandteilen ausgehen. Entscheidend ist deshalb, dass der Befall entfernt wird.
  • Kein Ersatz für den Ausbau: Befallene Gipskartonplatten, Holzwerkstoffplatten oder Dämmstoffe sollen nach dem Leitfaden nicht im Gebäude bleiben. Bei tiefgehendem Befall in Putzen wird der Putz entfernt.
  • Keine Zusage zum Geruch: Muffiger Geruch kann aus Material stammen, das gar nicht sichtbar befallen ist. Bleibt die Quelle, bleibt der Geruch.

Staub und Sporen: Schutz bei der Arbeit

Jedes Strahlverfahren wirbelt auf, was es von der Fläche löst. Laut UBA setzen staubende Arbeitsverfahren hohe Konzentrationen an Staub und Mikroorganismen frei. Für die Sanierung gilt die Biostoffverordnung, die gesundheitliche Gefährdung geht vor allem von sensibilisierenden und toxischen Wirkungen aus. Der Sanierungsbereich ist von nicht betroffenen Gebäudeteilen abzuschotten und bei Bedarf über eine gefilterte Lüftung in Unterdruck zu halten. Die DGUV Information 201-028 beschreibt die Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im Detail.

Beim Trockeneisstrahlen kommt CO₂ hinzu. Das Gas ist schwerer als Luft und kann sich in Kellern und tiefer gelegenen Räumen sammeln, wo Schimmel häufig auftritt. Eine wirksame Belüftung, auch in Bodennähe, ist deshalb Teil der Planung.

Nach dem Strahlen: Feinreinigung und Kontrolle

Der gelöste Bewuchs bleibt als Staub im Raum. Der UBA-Leitfaden verlangt nach dem Rückbau eine gründliche Feinreinigung bis in Nischen und Ecken, zum Beispiel mit Industriesaugern der Staubklasse H, und zwar bevor Abschottungen abgebaut werden. Anschließend wird der Erfolg kontrolliert und dokumentiert: Ist die Ursache behoben, ist das vereinbarte Material entfernt, ist sauber gereinigt? Der Leitfaden empfiehlt, die Sanierungsschritte und -ziele vorher schriftlich zu vereinbaren.

Häufige Fragen

Tötet Trockeneis den Schimmel ab?

Darauf sollten Sie sich nicht verlassen, und darauf kommt es auch nicht an. Laut UBA können auch abgestorbene Schimmelbestandteile allergisch wirken. Ziel ist, den Befall zu entfernen und die Feuchteursache zu beheben.

Reicht Trockeneisstrahlen bei Schimmel im Putz?

Bei oberflächlichem Befall auf massiven Flächen kann eine mechanische Entfernung infrage kommen. Bei tiefgehendem Befall sieht der UBA-Leitfaden die Entfernung des Putzes vor. Das bewertet eine Fachperson vor Ort.

Kann ich die Wand nach dem Strahlen direkt neu streichen?

Erst wenn die Ursache behoben, das Bauteil ausreichend trocken und der Raum fein gereinigt ist. Ein Anstrich über einem ungelösten Feuchteproblem verdeckt den Schaden nur.

Wer sollte eine Schimmelsanierung planen?

Bei größerem Befall (Kategorie 3) soll laut UBA eine Fachfirma sanieren, oft begleitet von Sachverständigen für Gebäudefeuchte. Die Strahlarbeit ist dann ein Baustein in deren Konzept.

Schimmel- und Geruchsbeseitigung mit Trockeneis

Thermapack führt Schimmel- und Geruchsbeseitigung mit mobilem Trockeneisstrahlen direkt vor Ort aus. Voraussetzung ist, dass die Ursache – meist Feuchtigkeit – geklärt ist und ein Sanierungskonzept vorliegt; ob das Verfahren für Ihre Flächen passt, prüfen wir vorab. Abschottung, Feinreinigung und Entsorgung stimmen wir im Angebot ab. Worin sich das Verfahren vom abrasiven Strahlen unterscheidet, erklärt der Beitrag Trockeneisstrahlen oder Sandstrahlen, zur CO₂-Sicherheit lesen Sie Trockeneis und CO₂-Sicherheit.

Weiterlesen im Ratgeber

Quellen

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.

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