Geländer und Tore sandstrahlen und neu beschichten
Vor Ort strahlen oder demontieren?
Die erste Entscheidung betrifft den Ort. Fest einbetonierte Geländer, große Schiebetore und Zaunanlagen bleiben oft an ihrem Platz. Kleinere Tore und Gitter lassen sich abbauen und gesammelt bearbeiten.
| Vor Ort | Demontiert | |
|---|---|---|
| Geeignet für | einbetonierte Geländer, große Tore, Zaunfelder in Reihe | Tore, Gitter, Einzelteile |
| Vorteil | kein Aus- und Einbau, Anlage bleibt nutzbar bis kurz vor dem Einsatz | alle Seiten und Rückseiten gut erreichbar |
| Aufwand | Umfeld abdecken: Mauerwerk, Pflaster, Fenster, Pflanzen | Transport, Montage, ggf. Sicherung der Öffnung |
| Beschichtung danach | Nassanstrich vor Ort | Nassanstrich oder Beschichtung im Betrieb des Beschichters |
Soll später pulverbeschichtet werden, müssen die Teile in den Betrieb des Beschichters. Ob das Strahlen dann vor Ort vor der Demontage oder dort erfolgt, sprechen Sie am besten mit beiden Betrieben ab.
Lackiert oder verzinkt?
Lackierter oder rostiger Stahl wird bis auf das blanke Metall gestrahlt. Die Vorbereitungsgrade sind in DIN EN ISO 8501-1 beschrieben und werden per Sichtvergleich mit Bildvorlagen beurteilt. Für tragende Stahlbauteile nennt die BFS-RL 02-102 Sa 2½ als Mindestgrad, sofern nichts anderes vereinbart ist, und verweist auf die Datenblätter des Beschichtungsstoffs. Was die Grade bedeuten, erklärt der Beitrag Stahl entrosten durch Sandstrahlen.
Feuerverzinkter Stahl braucht einen anderen Ansatz. Die Zinkschicht ist selbst Korrosionsschutz und soll erhalten bleiben. Für einen Anstrich darauf, das sogenannte Duplex-System, wird die Oberfläche nur gesweept, also leicht angestrahlt. Die BFS-RL 02-102 nennt dafür feines Strahlmittel von 0,25 bis 0,50 mm, einen Strahldruck von 2,5 bis 3,0 bar und einen flachen Strahlwinkel unter 30°.
| Ausgangslage | Ziel beim Strahlen | Hinweis |
|---|---|---|
| Stahl, alter Lack, Rost | Sa 2½ oder vereinbarter Grad | Datenblatt des neuen Beschichtungsstoffs beachten |
| Feuerverzinkt, blank | Sweepen, Zink bleibt erhalten | niedriger Druck, flacher Winkel |
| Feuerverzinkt, mit altem Anstrich | Anstrich entfernen, Zink möglichst schonen | projektbezogen, Probestelle sinnvoll |
Das Zeitfenster bis zur Grundierung
Blank gestrahlter Stahl ist ungeschützt. Bei Feuchtigkeit bildet sich schnell Flugrost, ein dünner, rötlicher Belag. Die BFS-RL 02-102 verlangt deshalb, die Beschichtung so zu planen, dass der geforderte Vorbereitungsgrad unmittelbar vor dem Beschichten noch vorliegt. Die ZTV-ING für Ingenieurbauten fordern beim Beschichten einen Abstand von mindestens 3 K zwischen Objekttemperatur und Taupunkt, sonst schlägt sich Feuchtigkeit auf dem Stahl nieder.
Für die Praxis heißt das:
- Strahl- und Beschichtungstermin gemeinsam festlegen, möglichst am selben Tag
- nur so viel Fläche strahlen, wie der Beschichter zeitnah grundieren kann
- bei Regen, Nebel oder Tau nicht strahlen oder Fläche geschützt halten
- Strahlstaub vor dem Grundieren gründlich entfernen
Mehr dazu lesen Sie unter Oberfläche vor dem Beschichten vorbereiten.
Wer macht was?
Thermapack übernimmt das Strahlen, also die Oberflächenvorbereitung. Grundierung und Deckanstrich führt ein Maler-, Metallbau- oder Beschichtungsbetrieb aus. Wichtig ist eine klare Übergabe: Welcher Vorbereitungsgrad ist vereinbart, wer beurteilt ihn, und wann beginnt der Beschichter? Am besten legen Sie das schriftlich fest, bevor der Strahltermin steht.
Altanstriche und Umfeld
Ältere Geländer und Tore können bleihaltige Rostschutzfarben tragen. Das Entfernen bleihaltiger Korrosionsschutzbeschichtungen fällt unter die TRGS 505, die BG BAU fordert dafür weitergehende Maßnahmen wie Absaugung oder Einhausung. Ob ein Altanstrich belastet ist, sollte vor dem Einsatz geklärt sein. Der anfallende Strahlschutt ist Abfall, belasteter Strahlschutt kann als gefährlicher Abfall gelten. Vor Ort werden Fenster, Fahrzeuge, Pflanzen und Wege geschützt, mehr dazu unter Sandstrahlen: Staub und Rückstände.
Häufige Fragen
Muss ein Geländer zum Sandstrahlen abgebaut werden?
Nein, mobiles Strahlen ist auch am eingebauten Geländer möglich. Dann wird das Umfeld abgedeckt. Abbauen lohnt sich, wenn Rückseiten schwer erreichbar sind oder später im Betrieb des Beschichters pulverbeschichtet werden soll.
Kann man verzinkte Tore sandstrahlen?
Ja, aber nur schonend. Für einen Anstrich auf Zink wird die Oberfläche gesweept, also mit feinem Strahlmittel, niedrigem Druck und flachem Winkel leicht angeraut, damit die Zinkschicht erhalten bleibt.
Wie schnell muss nach dem Strahlen grundiert werden?
So bald wie möglich. Blanker Stahl setzt bei Feuchtigkeit schnell Flugrost an. Die Richtlinie verlangt, dass der vereinbarte Vorbereitungsgrad unmittelbar vor dem Beschichten noch vorliegt. Planen Sie Strahlen und Grundieren deshalb in einem Ablauf.
Beschichtet Thermapack die Teile auch?
Nein. Thermapack strahlt und bereitet die Oberfläche vor. Grundierung, Lackierung oder Pulverbeschichtung übernimmt ein Fachbetrieb, mit dem wir den Termin und den geforderten Vorbereitungsgrad abstimmen.
Geländer und Tore strahlen lassen
Thermapack führt mobiles Sandstrahlen direkt bei Ihnen aus, für Geländer, Tore, Träger und andere Stahlteile, im Nordwesten und darüber hinaus. Nennen Sie uns über die Anfrage für Strahldienstleistungen Maße, Material, ob verzinkt oder lackiert, und wer anschließend beschichtet. Ob und wie sich das umsetzen lässt, prüfen wir vorab. Rost- und Vorbereitungsgrade, Ablauf und Schadstoff-Prüfpunkte fasst unser kostenloses Merkblatt Strahlen vor der Beschichtung (PDF) zusammen, weitere Unterlagen finden Sie unter Downloads.
Weiterlesen im Ratgeber
- Fassade und Graffiti: Trockeneis oder Sandstrahlen?
- Oberfläche vor dem Beschichten richtig vorbereiten
- Sandstrahlen: Staub und Rückstände richtig handhaben
Quellen
- bauforumstahl, Richtlinie BFS-RL 02-102 „Korrosionsschutz von tragenden Stahlbauteilen durch Beschichtungssysteme in atmosphärischen Umgebungsbedingungen“ (August 2020)
- bauforumstahl, Stahlbau Arbeitshilfe 1.2 „Oberflächenvorbereitung – Korrosionsschutz“ (5. überarb. Auflage 11/01)
- DIN Media, DIN EN ISO 8501-1 Entwurf 2026-01 (Titel und Anwendungsbereich)
- BMDV, ZTV-ING Teil 4 Abschnitt 3 „Korrosionsschutz von Stahlbauten“ (Stand 2024/08), notifizierte Fassung im EU-TRIS
- TRGS 505 „Blei“, Nr. 1 Anwendungsbereich (Bereitstellung BGN)
- BG BAU, Baustein C 401 „Strahlarbeiten“ (Stand 07/2021)
- Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV), Anlage (gesetze-im-internet.de)
- Thermapack, Merkblatt „Strahlen vor der Beschichtung“ (PDF)
Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.