Stahlbau und Korrosionsschutz: Strahlen vor der Beschichtung
Thermapack bereitet Stahl- und Metallbauteile mobil bei Ihnen vor Ort für den Korrosionsschutz vor: Geländer, Träger, Tore, Hallenkonstruktionen, Behälter und Maschinenteile, im Nordwesten und überregional. Mit Sandstrahlen entfernen wir Rost, Zunder und Altbeschichtungen und stellen den mit Ihrem Beschichter vereinbarten Vorbereitungsgrad her. Grundierung und Beschichtung führt anschließend Ihr Maler-, Metallbau- oder Beschichtungsbetrieb aus.
Projekt anfragenTelefon 04944 8430938info@thermapack.de
Welche Bauteile wir vor Ort strahlen
- Stahl- und Metallbau: Geländer, Treppen, Träger, Stützen, Tore und Zaunanlagen
- Hallen und Anlagen: Hallenkonstruktionen, Bühnen, Rohrbrücken und technische Anlagen
- Behälter und Maschinenteile: Tanks, Silos, Gestelle und große Maschinenbauteile, die sich schlecht transportieren lassen
Wir bringen Strahltechnik und Kompressor mit vollausgestatteten Fahrzeugen zum Bauteil. Das spart Demontage und Transport, setzt aber einen geeigneten Arbeitsbereich voraus. Zufahrt, Stellfläche und Abschirmung klären wir vor dem Termin. Einsätze in mehreren Etappen sind möglich.
Ausgangszustand: die Rostgrade A bis D
Was nach dem Strahlen erreichbar ist, hängt vom Zustand vorher ab. DIN EN ISO 8501-1 unterscheidet für unbeschichteten Stahl vier Rostgrade:
| Rostgrad | Zustand vor dem Strahlen |
|---|---|
| A | fest haftender Zunder (Walzhaut), im Wesentlichen frei von Rost |
| B | beginnende Zunderabblätterung und beginnender Rostangriff |
| C | Zunder weggerostet oder abschabbar, wenige sichtbare Rostnarben |
| D | Zunder weggerostet, zahlreiche sichtbare Rostnarben |
Ziel: die Vorbereitungsgrade Sa 1 bis Sa 3
„Sa“ steht für Strahlen. Beurteilt wird durch Sichtvergleich mit den fotografischen Beispielen der Norm.
| Grad | Zustand nach dem Strahlen (zusammengefasst) | Einordnung |
|---|---|---|
| Sa 1 | loser Zunder, loser Rost und lose Beschichtungen entfernt | leichte Vorbereitung, nur wenn so vereinbart |
| Sa 2 | nahezu aller Zunder, Rost und Beschichtungen entfernt; Reste haften fest | gründliche Vorbereitung, nur wenn so vereinbart |
| Sa 2½ | Zunder, Rost und Beschichtungen entfernt; Reste allenfalls als leichte Schattierungen | Regelfall für den Erstschutz nach bauforumstahl und ZTV-ING, sofern nichts anderes vereinbart |
| Sa 3 | vollständig entfernt, einheitlich metallisches Aussehen | höchste Stufe, wenn das Beschichtungssystem sie verlangt |
Den Grad legt nicht der Strahlbetrieb fest, sondern das Beschichtungssystem und die Leistungsbeschreibung. Die Richtlinie BFS-RL 02-102 von bauforumstahl nennt Sa 2½ als Mindestgrad für den Erstschutz, die ZTV-ING für Ingenieurbauten des Bundes verlangen beim Strahlen ebenfalls mindestens Sa 2½, jeweils sofern nichts anderes vereinbart ist. Ob der Grad am konkreten Bauteil erreichbar ist, hängt von Rostnarben, Spalten, Nietverbindungen und Zugänglichkeit ab. Das beurteilen wir vor Ort.
Rauheit mit dem Beschichter abstimmen
Neben der Reinheit braucht die Beschichtung ein Oberflächenprofil, in dem sie sich verankert. Die Rauheit wird nach DIN EN ISO 8503 mit Vergleichsmustern beurteilt und als fein, mittel oder grob angegeben. Nach BFS-RL 02-102 gilt ein mittlerer Rauheitsgrad mit kantigem Strahlmittel, „mittel (G)“, als am besten geeignet. Maßgeblich ist das Datenblatt des Beschichtungsstoffs. Nennen Sie uns deshalb vorab Vorbereitungsgrad und Rauheit, die Ihr Beschichter fordert. Danach wählen wir Strahlmittel und Einstellung.
Feuerverzinkter Stahl wird vor einem Anstrich nicht blank gestrahlt, sondern nur leicht angeraut (sweepgestrahlt), damit die Zinkschicht erhalten bleibt. Öl und Fett werden nicht durch Strahlen, sondern vorher durch Reinigen entfernt.
Zeitnah grundieren
Frisch gestrahlter Stahl ist ungeschützt und kann bei Feuchtigkeit rasch Flugrost bilden, einen dünnen Rostschleier. bauforumstahl empfiehlt, den Zeitpunkt so zu wählen, dass der geforderte Grad unmittelbar vor der Beschichtung vorliegt. Die ZTV-ING fordern beim Beschichten zudem mindestens 3 K Abstand zwischen Objekttemperatur und Taupunkt. Für die Planung heißt das:
- Strahl- und Grundiertermin gemeinsam festlegen
- nur so viel Fläche strahlen, wie zeitnah grundiert werden kann
- bei Regen, Nebel oder Tau die Fläche schützen oder den Termin verschieben
- Strahlstaub vor dem Grundieren entfernen
Prüfpunkte vor dem Einsatz
- Schadstoffe in Altbeschichtungen: Alte Rostschutzfarben können Blei, Chromate oder Teer enthalten. Das Entfernen bleihaltiger Korrosionsschutzbeschichtungen fällt unter die TRGS 505, die BG BAU fordert dann weitergehende Maßnahmen. Klarheit bringt nur eine Laboranalyse. Arbeiten an asbesthaltigen Materialien bieten wir nicht an.
- Quarz und Strahlmittel: Nach TRGS 559 dürfen Strahlmittel höchstens 2 Gewichtsprozent kristallines Siliciumdioxid enthalten. Quarzsand ist als Strahlmittel verboten.
- Umfeld und Rückstände: Es entsteht Strahlschutt aus Strahlmittel, Rost und Altbeschichtung. Abschirmung, Aufnahme und Entsorgung stimmen wir im Angebot ab.
So läuft Ihr Projekt ab
- Anfrage: Fotos, Bauteile, ungefähre Fläche, Standort und die Vorgaben Ihres Beschichters.
- Prüfung: Wir klären Erreichbarkeit, Altbeschichtung, Zielgrad und Rauheit. Eine Probefläche kann sinnvoll sein, die vereinbaren wir bei Bedarf.
- Einsatz: Wir strahlen vor Ort in abgestimmten Abschnitten, passend zum Zeitplan der Grundierung.
- Übergabe: Gemeinsame Sichtprüfung, danach übernimmt Ihr Beschichter.
Zum Herunterladen: Merkblatt Strahlen vor der Beschichtung (PDF) mit Rost- und Vorbereitungsgraden zum Weitergeben an Ihren Beschichter, dazu die Checkliste mobiler Strahleinsatz (PDF). Allgemeines zum Verfahren: mobiles Sandstrahlen.
Mehr im Ratgeber
- Stahl entrosten durch Sandstrahlen: Sa 1 bis Sa 3
- Oberfläche vor dem Beschichten richtig vorbereiten
- Entlacken: alte Beschichtungen sicher entfernen
- Sandstrahlen: Staub und Rückstände richtig handhaben
Für Betriebe aus Stahl- und Metallbau: Strahlarbeiten für Metallbau und Handwerk.
Häufige Fragen
Beschichtet Thermapack die Bauteile nach dem Strahlen auch?
Nein. Wir übernehmen das Strahlen, also die Oberflächenvorbereitung. Grundierung und Beschichtung führt ein Maler-, Metallbau- oder Beschichtungsbetrieb Ihrer Wahl aus. Wir stimmen den Termin gern so ab, dass die Grundierung zeitnah folgen kann.
Welchen Vorbereitungsgrad brauche ich?
Das legt das Beschichtungssystem fest, also die Leistungsbeschreibung und das Datenblatt des Beschichtungsstoffs. Für den Erstschutz von Stahl nennen bauforumstahl und die ZTV-ING Sa 2½ als Mindestgrad, sofern nichts anderes vereinbart ist. Fragen Sie Ihren Beschichter vor dem Termin.
Können Sie Geländer und Tore strahlen, ohne sie abzubauen?
In vielen Fällen ja, wenn der Arbeitsbereich geeignet ist. Umliegendes Mauerwerk, Pflaster, Fenster und Pflanzen müssen geschützt werden. Soll später pulverbeschichtet werden, müssen die Teile ohnehin in den Betrieb des Beschichters.
Was passiert mit alten Anstrichen, die Blei enthalten könnten?
Vor dem Einsatz sollte eine Laboranalyse klären, ob die Altbeschichtung belastet ist. Bleihaltige Korrosionsschutzbeschichtungen fallen unter die TRGS 505 und erfordern weitergehende Schutzmaßnahmen. Ob und wie wir dann arbeiten können, stimmen wir projektbezogen ab.
Wie lange darf der gestrahlte Stahl liegen, bevor grundiert wird?
Eine feste Frist gibt es nicht, denn Feuchtigkeit und Taupunkt bestimmen, wie schnell Flugrost entsteht. bauforumstahl empfiehlt, den Grad unmittelbar vor der Beschichtung herzustellen. Planen Sie Strahlen und Grundieren deshalb möglichst eng hintereinander.
Wer nimmt den Strahlschutt auf und entsorgt ihn?
Das regeln wir im Angebot. Strahlschutt ist Abfall und wird je nach Schadstoffgehalt als gefährlicher oder nicht gefährlicher Strahlmittelabfall eingestuft. Bei Altbeschichtungen klärt eine Deklarationsanalyse die Einstufung.
Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt
Mit Fotos und einer kurzen Beschreibung können wir Ihre Anfrage besser einschätzen. Nennen Sie uns bitte den Einsatzort und das gewünschte Ergebnis.