Beton sandstrahlen: Wann ist es sinnvoll?
Wofür Beton gestrahlt wird
Frischer Beton hat an der Oberfläche oft eine dünne, weiche Schicht aus Zement und Feinanteilen, die Zementschlämme oder Zementhaut. Auf ihr haften Beschichtungen schlecht. Dazu kommen Schmutz, Öl, Ausblühungen, Graffiti oder alte Anstriche. Strahlen trägt diese oberste Schicht ab und legt einen festen, rauen Untergrund frei.
| Ziel | Was das Strahlen leistet | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Untergrund für Beschichtung | Zementschlämme und trennende Schichten entfernen, Oberfläche aufrauen | Anforderungen des Beschichtungsstoffs |
| Sichtbeton gestalten | oberste Mörtelschicht abtragen, Gesteinskörnung tritt hervor | gleichmäßiges Bild, Musterfläche |
| Graffiti und Schmutz | Farbe und Beläge mit dem Untergrund abtragen | sichtbare Strukturänderung |
| Alten Anstrich entfernen | dünne Schichten abtragen | Schadstoffe vorher prüfen |
Soll nur gereinigt und nicht abgetragen werden, ist Trockeneisstrahlen eine Alternative, weil es nicht abrasiv wirkt. Den Vergleich finden Sie unter Trockeneisstrahlen oder Sandstrahlen.
Abtrag und Struktur
Beim Strahlen von Sichtbeton wird laut BauNetz Wissen die oberste Mörtelschicht entfernt. Je nach Strahlmittel, Druck, Abstand und Betonqualität bleibt es beim leichten Aufrauen, oder die Gesteinskörnung tritt deutlich hervor. Weiche, schlecht verdichtete Stellen tragen sich schneller ab als feste. Dadurch zeigen sich Unterschiede, die vorher nicht sichtbar waren, etwa Schalungsstöße, Kiesnester oder Ausbesserungen.
Gestrahlter Beton sieht also anders aus als vorher. Bei Sichtflächen sollte das gewünschte Bild an einer Musterfläche festgelegt werden. Ob eine Probefläche vor Ort möglich ist, stimmen wir im Angebot ab.
Vorbereitung für eine Beschichtung
Bei Böden, Rampen, Behältern oder Wänden, die beschichtet werden sollen, ist das Strahlen ein Vorbereitungsschritt. Welche Haftzugfestigkeit, Rauheit und Feuchte der Untergrund haben muss, legen der Planer und das technische Merkblatt des Beschichtungsstoffs fest. Diese Werte sollten vor dem Strahlen feststehen, damit das Ergebnis passt. Die Beschichtung selbst übernimmt ein Fachbetrieb für Beschichtungen. Ist der Beton geschädigt, etwa mit Rissen, Abplatzungen oder freiliegender Bewehrung, gehört die Fläche in eine Instandsetzungsplanung nach den anerkannten Regeln der Technik.
Grundlagen zur Vorbereitung lesen Sie unter Oberfläche vor dem Beschichten vorbereiten, kompakt im kostenlosen Merkblatt Strahlen vor der Beschichtung (PDF).
Quarzfeinstaub: der wichtigste Schutzpunkt
Beton enthält quarzhaltige Gesteinskörnung. Die BG BAU nennt das Strahlen quarzhaltiger Materialien im Trocken- und Nassverfahren ausdrücklich als Quelle für Quarzstaub. Dieser Feinstaub kann eine Silikose auslösen, eine Vernarbung der Lunge. Für Quarzfeinstaub gilt ein Beurteilungsmaßstab von 50 µg/m³.
Die TRGS 559 verlangt deshalb bei Strahlarbeiten Verfahren mit geringer Staubfreisetzung, zum Beispiel Nass- oder Feuchtstrahlen oder Verfahren mit integrierter Absaugung wie Saugkopf- oder Vakuumstrahlen. Strahlmittel dürfen höchstens 2 Gewichtsprozent kristallines Siliciumdioxid enthalten. Trotz des Namens wird beim „Sandstrahlen“ heute also kein Quarzsand verwendet. Zusätzlich gilt es, den Arbeitsbereich abzusperren und Personen in der Umgebung zu schützen.
Alternativen, die Sie kennen sollten
- Kugelstrahlen: Stahlkugeln werden auf die Fläche geschleudert und meist direkt wieder abgesaugt, verbreitet bei großen Bodenflächen.
- Fräsen: für deutlich tieferen Abtrag, etwa bei dicken Altbeschichtungen oder Unebenheiten.
- Schleifen: für ebene Flächen und dünne Schichten.
- Höchstdruckwasserstrahlen: laut BauNetz Wissen über 1.500 bar, vom Aufrauen bis zum Entfernen des Betons.
Welches Verfahren passt, hängt von Fläche, gewünschter Abtragtiefe und Umfeld ab.
Vorher prüfen
- Altbeschichtungen: Teer- und pechhaltige Anstriche (TRGS 551), bleihaltige Farben (TRGS 505) oder asbesthaltige Materialien (TRGS 519) erfordern besondere Schutzmaßnahmen und müssen vorher erkannt werden.
- Einbauten: Fugen, Abläufe, Anschlüsse und angrenzende Glas- oder Metallflächen schützen.
- Rückstände: Strahlmittel und abgetragenes Material fallen als Strahlschutt an und werden entsorgt.
Häufige Fragen
Wie viel Beton trägt Sandstrahlen ab?
Das hängt von Strahlmittel, Druck und Betonqualität ab. Beim üblichen Strahlen wird die oberste Mörtelschicht entfernt, bei stärkerem Strahlen tritt die Gesteinskörnung hervor. Für tiefen Abtrag sind Fräsen oder Höchstdruckwasserstrahlen eher geeignet.
Kann ich Sichtbeton strahlen, ohne dass er sich verändert?
Kaum. Abrasives Strahlen verändert die Oberfläche sichtbar, das ist oft sogar gewollt. Soll nur Schmutz weg, kann Trockeneisstrahlen schonender sein. Eine Musterfläche zeigt, wie das Ergebnis aussieht.
Warum ist Staub beim Betonstrahlen so ein Thema?
Beton enthält Quarz. Beim Strahlen entsteht quarzhaltiger Feinstaub, der die Lunge schädigen kann. Die TRGS 559 fordert deshalb staubarme Verfahren und Strahlmittel mit höchstens 2 Prozent kristallinem Siliciumdioxid.
Übernehmen Sie auch die Beschichtung?
Nein. Wir bereiten den Untergrund durch Strahlen vor. Die Beschichtung führt ein Fachbetrieb aus, dessen Anforderungen an Rauheit und Sauberkeit wir vorher abstimmen.
Betonflächen strahlen lassen
Thermapack führt mobiles Sandstrahlen direkt bei Ihnen aus, auch an Betonflächen und Sanierungsobjekten im Nordwesten und darüber hinaus. Schicken Sie uns über die Anfrage für Strahldienstleistungen Fotos, Fläche in Quadratmetern, das Ziel und, falls vorhanden, die Vorgaben des Beschichters. Ob und wie sich das umsetzen lässt, prüfen wir vorab. Weitere Merkblätter finden Sie unter Downloads.
Weiterlesen im Ratgeber
- Fassade und Graffiti: Trockeneis oder Sandstrahlen?
- Sandstrahlen: Staub und Rückstände richtig handhaben
- Stahl entrosten durch Sandstrahlen: Sa 1 bis Sa 3
Quellen
- BauNetz Wissen Beton, „Mechanische Verfahren“ (Instandsetzung)
- BauNetz Wissen Beton, „Technische Bearbeitung“ (Oberflächen)
- BauNetz Wissen Beton, „Betoninstandsetzungen planen und ausführen“
- BG BAU, Infoblatt „Quarzstäube“ (Kompetenzzentrum für Unternehmer, Februar 2011)
- DGUV Staub-Info, „Quarzfeinstaub“ (Beurteilungsmaßstab)
- TRGS 559 „Quarzhaltiger Staub“, Nr. 4 Schutzmaßnahmen (Bereitstellung BGN)
- BG BAU, Baustein C 401 „Strahlarbeiten“ (Stand 07/2021)
- TRGS 551 „Teer und andere Pyrolyseprodukte aus organischem Material“ (Bereitstellung BGN)
- TRGS 505 „Blei“, Nr. 1 Anwendungsbereich (Bereitstellung BGN)
- TRGS 519 „Asbest – Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten“, Nr. 1 Anwendungsbereich (Bereitstellung BGN)
- Thermapack, Merkblatt „Strahlen vor der Beschichtung“ (PDF)
Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.