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Sandstrahlen: Staub und Rückstände richtig handhaben

Strahlarbeiten an einer Fassade

Was beim Strahlen anfällt

Die DGUV Regel 100-500 definiert Strahlschutt als die durch das Strahlen unbrauchbar gewordenen Strahlmittel und die dabei abgetragenen Stoffe, und ergänzt: Die abgetragenen Stoffe können auch Gefahrstoffe enthalten. In der Praxis sind das drei Fraktionen:

  • grober Rückstand: Strahlmittelkörner, Rost- und Lackschuppen, die am Boden liegen
  • Feinstaub: zerbrochenes Strahlmittel und fein abgetragenes Material, das in der Luft schwebt und sich verteilt
  • Rückprall: Körner, die vom Bauteil zurückspringen und Personen und Umgebung treffen können

Wer frei strahlt, ist laut DGUV Regel 100-500 dem zurückprallenden Strahlmittel, der Druckluft und dem entstehenden Staub unmittelbar ausgesetzt. Das gilt in abgeschwächter Form auch für alle, die in der Nähe arbeiten.

Warum Staub ein Gesundheitsthema ist

Quarz: Staub mit kristallinem Siliciumdioxid, also Quarz, Cristobalit oder Tridymit, kann eine Silikose auslösen. Bei dieser Staublunge vernarbt das Lungengewebe. Laut DGUV kann sie auch nach Ende der gefährdenden Tätigkeit fortschreiten oder erst dann auftreten. Deshalb dürfen Strahlmittel höchstens 2 Gewichtsprozent freie kristalline Kieselsäure enthalten, Quarzsand als Strahlmittel ist verboten. Für Quarz-Feinstaub gilt ein Beurteilungsmaßstab von 50 µg/m³.

Allgemeiner Staub: Für schwer lösliche Stäube ohne eigenen Grenzwert gilt der Allgemeine Staubgrenzwert: 1,25 mg/m³ für die alveolengängige Fraktion (A-Staub, gelangt bis in die Lungenbläschen) und 10 mg/m³ für die einatembare Fraktion (E-Staub), jeweils im Schichtmittel.

Schadstoffe aus dem Untergrund: Der kritischste Teil des Staubs stammt oft nicht vom Strahlmittel, sondern von der abgetragenen Schicht. Die BG BAU nennt blei-, arsen-, zinkchromat-, teer- und pechhaltige Beschichtungen als Fälle, in denen weitergehende Maßnahmen nötig sind.

Schutz für die Strahler und das Umfeld

Die DGUV Regel 100-500 verlangt für das Freistrahlen Atemschutzgeräte für Strahlarbeiten, schulter- und körperbedeckende Prallschutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzschuhe. Wer sich in der Nähe von Strahlanlagen aufhält, braucht Augenschutz, wer Strahlschutt beseitigt, Atemschutz und Schutzkleidung. Nach BG BAU müssen auch Personen im Gefährdungsbereich außerhalb der Reichweite des Strahls Atemschutz tragen, zum Beispiel eine Halbmaske mit Partikelfilter P2. Gehörschutz gehört dazu, denn Strahlarbeiten sind laut. Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) ist der obere Auslösewert nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung erreicht.

Abschirmung: Abplanung, Einhausung, Absaugung

Wie stark der Arbeitsbereich abgeschirmt wird, richtet sich nach Strahlverfahren, Strahlmittel und Schadstoffgehalt. Die ZTV-ING für Ingenieurbauten des Bundes geben eine nachvollziehbare Abstufung:

Situation Mindestmaßnahme laut ZTV-ING
Trockenstrahlen mit Einwegstrahlmittel allseitig dichte Abplanung
Trockenstrahlen schadstoffhaltiger Beschichtungen mit Mehrwegstrahlmittel allseitig geschlossene und dichte Einhausung
besonders schutzwürdige Umgebung, z. B. Trinkwasserschutzgebiet gegebenenfalls dichte Einhausung des Bauteils

Für Einhausungen bei schadstoffhaltigen Beschichtungen nennt die BG BAU mindestens fünffachen Luftwechsel und 20 Pa Unterdruck über eine Absauganlage. Abgelagerter Staub wird nur mit geeigneten, geprüften Industriestaubsaugern beseitigt, nicht durch Abblasen oder trockenes Fegen. Betroffene Dritte, etwa Nachbarn oder andere Gewerke, sollten laut ZTV-ING rechtzeitig vor Beginn informiert werden.

Aufnehmen, sammeln, entsorgen

Strahlschutt ist Abfall im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die ZTV-ING sehen vor, ihn in angemessenen Abständen aufzunehmen, Strahlschutt unterschiedlicher Herkunft nicht zu vermischen und ihn über zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe zu entsorgen. Nach der Abfallverzeichnis-Verordnung wird er eingestuft als:

  • 12 01 16* Strahlmittelabfälle, die gefährliche Stoffe enthalten (gefährlicher Abfall, Sternchen)
  • 12 01 17 Strahlmittelabfälle mit Ausnahme derjenigen, die unter 12 01 16 fallen

Welche Einstufung zutrifft, klärt eine Deklarationsanalyse einer repräsentativen Probe, die früh im Projekt genommen wird. Für gefährliche Abfälle gelten zusätzliche Nachweispflichten.

Und beim Trockeneisstrahlen?

Trockeneis sublimiert, es bleibt also kein festes Strahlmittel liegen. Der gelöste Schmutz oder die abgetragene Schicht bleiben aber zurück, und die DGUV verlangt auch hier Schutzmaßnahmen gegen abgetragene Gefahrstoffe. Die Menge an Rückständen ist kleiner, die Frage nach Schadstoffen im Untergrund stellt sich genauso.

Häufige Fragen

Wie viel Strahlschutt fällt an?

Das hängt von Fläche, Schichtdicke, Strahlmittel und davon ab, ob mit Einweg- oder Mehrwegstrahlmittel gearbeitet wird. Eine Mengenschätzung ist erst mit den Projektdaten möglich.

Wer ist für die Entsorgung verantwortlich?

Verantwortlich ist der Abfallerzeuger. Die ZTV-ING sehen bei Instandsetzungen vor Ort den Auftraggeber in dieser Rolle. Wer Aufnahme, Transport und Entsorgung übernimmt, sollte im Angebot festgehalten werden.

Dürfen während des Strahlens andere Personen in der Nähe arbeiten?

Nur wenn sie geschützt sind. Laut BG BAU brauchen auch Personen im Gefährdungsbereich außerhalb der Strahlreichweite Atemschutz. Besser ist, den Bereich abzugrenzen oder die Arbeiten zeitlich zu trennen.

Woran erkenne ich, ob mein Strahlschutt gefährlicher Abfall ist?

Nur über eine Analyse. Enthält die abgetragene Beschichtung etwa Blei, Chromate oder PAK, ist eine Einstufung als 12 01 16* wahrscheinlich. Die Probe sollte früh genommen werden.

Abschirmung und Rückstände planen

Thermapack führt mobiles Sandstrahlen von Stahl, Metall, Fassaden und Betonflächen direkt vor Ort aus. Abschirmung, Staubbegrenzung und den Umgang mit Rückständen sprechen wir bereits bei der Einsatzplanung an und stimmen sie im Angebot ab. Welche Angaben wir dafür von Ihnen brauchen, steht in der Checkliste für den mobilen Strahleinsatz. Wenn wenig Rückstand entstehen soll und kein Abtrag nötig ist, lohnt ein Blick auf mobiles Trockeneisstrahlen.

Weiterlesen im Ratgeber

Quellen

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.

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