Mobiler Strahleinsatz: Checkliste für Betriebe
Warum die Vorbereitung so viel ausmacht
Beim mobilen Strahlen kommt die Technik zu Ihnen: Strahlgerät, Schläuche und ein großer Kompressor, beim Trockeneisstrahlen zusätzlich die Pellets. Ob der Einsatz zügig und sicher läuft, entscheidet sich oft schon vor dem Termin. Fehlt eine Zufahrt, ist der Nachbarbereich nicht abgeschirmt oder bleibt unklar, wer den Schmutz entsorgt, kostet das Zeit vor Ort. Die folgenden Punkte können Sie intern abarbeiten und mit dem Dienstleister abstimmen.
Zufahrt und Stellfläche
- Zufahrt: Kann ein Fahrzeug mit Anhänger oder Kompressor bis nah an den Einsatzort fahren? Gibt es Durchfahrtshöhen, Gewichtsgrenzen, Schranken oder Zeitfenster?
- Stellfläche für den Kompressor: ebener, befestigter Platz im Freien, möglichst nah am Arbeitsbereich. Die BG BAU empfiehlt, Verdichter außerhalb von Schadstoffquellen aufzustellen, damit keine belastete Luft angesaugt wird.
- Schlauchwege: Strecke vom Kompressor zum Arbeitsort, Türen, Tore und Verkehrswege, die gekreuzt werden. Stolperstellen und Fahrwege für Stapler einplanen.
- Arbeitshöhe: Werden Gerüst, Leiter oder Hubarbeitsbühne gebraucht, und wer stellt sie?
Strom, Druckluft und Anlage
- Energie: Klären Sie, ob die mobile Technik autark arbeitet oder ob ein Stromanschluss benötigt wird, und welcher.
- Freischaltung: Zu reinigende Maschinen werden stillgesetzt und gegen Wiederanlauf gesichert. Elektrische Anlagen schaltet eine Elektrofachkraft nach den fünf Sicherheitsregeln frei.
- Empfindliche Teile: Sensoren, Schaltschränke, Dichtungen, Typenschilder und Öffnungen benennen, die geschützt oder ausgespart werden sollen.
Abschirmung und Lärm
- Arbeitsbereich abgrenzen: Beim Strahlen fliegen Partikel und gelöster Schmutz. Nachbarmaschinen, Waren, Fahrzeuge und Fenster in der Nähe abdecken oder räumen.
- Zutritt regeln: Wer den Bereich betritt, braucht passende Schutzausrüstung. Die BG BAU fordert beim Strahlen mit Gefahrstoffbelastung auch für Personen im Gefährdungsbereich Schutzanzug und Atemschutz.
- Lärm: Strahlen ist sehr laut. Ab 85 dB(A) Tages-Lärmexposition ist der obere Auslösewert der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung erreicht. Planen Sie angrenzende Arbeitsplätze, Büros und gegebenenfalls Nachbarn ein, und informieren Sie Ihre Belegschaft vorab.
Belüftung und Staub: je nach Verfahren
Belüftung beim Trockeneisstrahlen
Trockeneis sublimiert zu CO₂. Aus einem Kilogramm entstehen laut DGUV über 500 Liter Gas, das schwerer als Luft ist und sich in tiefen Bereichen sammeln kann. Der Arbeitsplatzgrenzwert nach TRGS 900 liegt bei 5.000 ppm im Schichtmittel.
- Für eine Belüftung sorgen, die auch in Bodennähe wirkt, zum Beispiel Tore öffnen oder Lüftungsanlagen nutzen.
- Gruben, Keller, Schächte und tiefer liegende Räume in der Nähe benennen.
- Bei Bedarf eine CO₂-Messung im Arbeitsbereich vorsehen.
Staub und Schadstoffe beim Sandstrahlen
- Staubbegrenzung: Beim abrasiven Strahlen entsteht Staub aus Strahlmittel und Abtrag. Abschirmung, Einhausung oder Absaugung je nach Lage abstimmen.
- Strahlmittel: Quarzsand ist als Strahlmittel verboten. Strahlmittel dürfen höchstens 2 Gewichtsprozent freie kristalline Kieselsäure enthalten.
- Altbeschichtungen: Klären Sie, ob alte Anstriche Blei, Chromate oder andere Schadstoffe enthalten können. Für solche Beschichtungen verlangt die BG BAU weitergehende Maßnahmen. Liegen Untersuchungen oder Unterlagen vor, geben Sie sie weiter.
Rückstände und Entsorgung
- Beim Trockeneisstrahlen bleibt kein festes Strahlmittel zurück, der gelöste Schmutz aber schon.
- Beim Sandstrahlen fallen verbrauchtes Strahlmittel und abgetragene Partikel an.
- Festlegen, wer aufnimmt, sammelt und entsorgt, und ob besondere Abfälle zu erwarten sind, etwa öl- oder schadstoffhaltige Rückstände.
Ansprechpartner und Fotos fürs Angebot
- Ansprechpartner: eine Person vor Ort, die Zugang, Freischaltung und Fragen zur Anlage klären kann, mit Telefonnummer für den Einsatztag.
- Betriebliche Regeln: Sicherheitsunterweisung, Anmeldung, Erlaubnisscheine oder Hygieneregeln vorab mitteilen.
- Fotos: Übersicht und Nahaufnahmen der Fläche, Zufahrt, Stellplatz, Umgebung des Arbeitsbereichs.
- Angaben: Material, Verschmutzung oder Schichtaufbau, ungefähre Fläche, gewünschtes Ergebnis, Wunschtermin.
Häufige Fragen
Wie viel Platz braucht der Kompressor?
Das hängt von der eingesetzten Technik ab und wird vor dem Termin abgestimmt. Wichtig sind eine befestigte, gut erreichbare Fläche im Freien und ein möglichst kurzer Schlauchweg. Fotos von Zufahrt und Stellplatz helfen bei der Planung.
Kann während des Einsatzes in der Halle weitergearbeitet werden?
Nur eingeschränkt. Lärm, umherfliegende Partikel und beim Trockeneisstrahlen das entstehende CO₂ betreffen auch angrenzende Bereiche. Ob und wo parallel gearbeitet werden kann, legen Sie gemeinsam mit dem Dienstleister im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung fest.
Wer kümmert sich um die Entsorgung der Rückstände?
Das wird im Angebot vereinbart. Klären Sie vorab, ob Aufnahme und Entsorgung Teil des Auftrags sind und ob Schadstoffe zu erwarten sind, die besondere Entsorgungswege erfordern.
Welche Unterlagen sollte ich vorab schicken?
Fotos, Standort, Material, Art der Verschmutzung oder Beschichtung, ungefähre Fläche und Ihren Wunschtermin. Hilfreich sind außerdem Hinweise auf Schadstoffe, betriebliche Sicherheitsregeln und den Ansprechpartner vor Ort.
Strahlprojekt mit Thermapack planen
Thermapack kommt mit vollausgestatteten Fahrzeugen, leistungsstarken mobilen Systemen und Kompressoranlagen zu Ihnen – im Nordwesten und darüber hinaus. Mit mobilem Trockeneisstrahlen reinigen wir etwa Maschinen, Produktionsanlagen und Hallen, sanieren Brandschäden, beseitigen Schimmel und Gerüche und reinigen Fassaden und Holz. Mit mobilem Sandstrahlen bearbeiten wir Stahl, Metall, Fassaden und Beton. Die Vorlaufzeiten sind in der Regel kurz, Einsätze sind auch in Etappen möglich. Gehen Sie die Checkliste durch und senden Sie uns Fotos und Angaben; wir prüfen die Machbarkeit vorab und stimmen den Einsatz mit Ihnen ab. Mehr zu beiden Verfahren unter Strahldienstleistungen.
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Weiterlesen im Ratgeber
- Brandschaden mit Trockeneis reinigen: Ablauf und Grenzen
- Entlacken: alte Beschichtungen sicher entfernen
- Fassade und Graffiti: Trockeneis oder Sandstrahlen?
Quellen
- BG BAU, Baustein C 401 „Strahlarbeiten“ (Stand 07/2021)
- DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.24 „Arbeiten mit Strahlgeräten (Strahlarbeiten)“ (Bereitstellung BG ETEM)
- DGUV Information 213-115 „Tätigkeiten mit Trockeneis – Herstellung, Lagerung und Verwendung“ (Juni 2023)
- DGUV / BG RCI, Fachbereich AKTUELL FBRCI-102 „Mit Trockeneis gekühlte Impfstoffe sicher transportieren“ (Stand 01.02.2021)
- BG ETEM, Aushang HK005 „Die fünf Sicherheitsregeln“ (Stand 04/25)
- Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, § 6 Auslösewerte bei Lärm (gesetze-im-internet.de)
Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.