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Stahl entrosten durch Sandstrahlen: Sa 1 bis Sa 3

Gestrahlte Stahloberfläche

Warum Stahl vor dem Beschichten gestrahlt wird

Eine Korrosionsschutzbeschichtung haftet nur auf einem tragfähigen Untergrund. Ziel der Oberflächenvorbereitung ist es laut bauforumstahl, Stoffe zuverlässig zu entfernen, die Haftung und Schutzdauer beeinträchtigen, und die geforderte Reinheit und Rauheit herzustellen. Für Beschichtungssysteme gilt die Vorbereitung durch mechanische Verfahren, insbesondere Strahlverfahren, als am wirtschaftlichsten. Beim Strahlen wird ein körniges Strahlmittel mit Druckluft auf den Stahl geschleudert und trägt Rost, Zunder und Altanstriche ab. Umgangssprachlich heißt das Sandstrahlen, auch wenn heute kein Quarzsand mehr verwendet werden darf.

Ausgangszustand: die Rostgrade A bis D

Wie eine Fläche nach dem Strahlen aussieht, hängt auch davon ab, wie sie vorher aussah. DIN EN ISO 8501-1 unterscheidet vier Rostgrade für unbeschichteten Stahl:

  • A: fest haftender Zunder (Walzhaut), im Wesentlichen frei von Rost
  • B: beginnende Zunderabblätterung und beginnender Rostangriff
  • C: Zunder weggerostet oder abschabbar, nur wenige sichtbare Rostnarben
  • D: Zunder weggerostet, zahlreiche sichtbare Rostnarben

Rostnarben sind kleine Vertiefungen, die der Rost in den Stahl gefressen hat. Sie lassen sich schwerer reinigen als glatte Flächen.

Die Vorbereitungsgrade Sa 1 bis Sa 3

Das Kürzel Sa steht für Strahlen. Die Norm beschreibt vier Stufen, die durch Sichtvergleich mit fotografischen Beispielen in der Norm beurteilt werden:

Grad Zustand nach dem Strahlen (zusammengefasst)
Sa 1 lose Walzhaut, loser Rost, lose Beschichtungen und lose Verunreinigungen sind entfernt
Sa 2 nahezu alle Walzhaut, nahezu aller Rost, nahezu alle Beschichtungen sind entfernt; verbleibende Rückstände haften fest
Sa 2½ Walzhaut, Rost, Beschichtungen und Verunreinigungen sind entfernt; Reste allenfalls als leichte fleckige oder streifige Schattierungen
Sa 3 höchste Stufe: Walzhaut, Rost und Beschichtungen vollständig entfernt, die Oberfläche wirkt einheitlich metallisch

Für Bearbeitung mit Hand- oder Maschinenwerkzeugen wie Bürsten und Schleifern gibt es eigene Grade (St 2 und St 3). Die Norm wird derzeit überarbeitet, ein Entwurf ist im Januar 2026 erschienen. Maßgeblich ist die im Vertrag genannte Fassung.

Welcher Grad gefordert ist

Den Grad legt nicht der Strahlbetrieb fest, sondern das Beschichtungssystem und die Leistungsbeschreibung. Für den Erstschutz von Stahl mit Beschichtungssystemen nennt die Richtlinie von bauforumstahl Sa 2½ als Mindest-Vorbereitungsgrad, sofern nichts anderes vereinbart ist. Auch die ZTV-ING für Ingenieurbauten des Bundes verlangen beim Strahlen mindestens Sa 2½, sofern nicht anders vereinbart. Die Datenblätter des Beschichtungsstoffherstellers sind zusätzlich zu beachten. Klären Sie deshalb vor dem Strahlen mit dem Beschichter, welcher Grad und welche Rauheit erforderlich sind.

Was das erreichbare Ergebnis begrenzt

Ein Vorbereitungsgrad ist ein Ziel, das am konkreten Bauteil erreichbar sein muss. Erschwerend wirken zum Beispiel:

  • tiefe Rostnarben, in denen Korrosionsprodukte sitzen
  • Spalten, Nietverbindungen, Schweißnähte und scharfe Kanten
  • dünnwandige Bleche, die eine sorgfältige Beurteilung und angepasste Einstellungen brauchen
  • schlecht zugängliche Bereiche hinter Anbauteilen
  • feuchte Witterung, bei der blanker Stahl wieder anrostet

Die ZTV-ING weisen darauf hin, dass Walzhaut-, Verseifungs- und Rostnarbenreste unter Altbeschichtungen älterer Bauwerke einen erhöhten Aufwand erfordern können. Ob ein bestimmter Grad an Ihrem Bauteil erreichbar ist, lässt sich erst nach Begutachtung, gegebenenfalls an einer Probefläche, beurteilen und wird dann vereinbart.

Rückstände und Schutz

Beim Strahlen entsteht Strahlschutt aus verbrauchtem Strahlmittel, Rost und Altbeschichtung. Enthalten alte Anstriche Blei, Chromate oder Teer, gelten weitergehende Schutzmaßnahmen, und der Strahlschutt kann gefährlicher Abfall sein. Klären Sie das vor dem Termin.

Häufige Fragen

Was bedeutet Sa 2½ in der Praxis?

Walzhaut, Rost und Beschichtungen sind entfernt, Reste sind höchstens als leichte fleckige oder streifige Schattierungen zu sehen. Es ist der Grad, der für viele Korrosionsschutzsysteme gefordert wird.

Können Sie Sa 3 zusagen?

Ein Grad wird erst nach Prüfung des Bauteils vereinbart. Zustand, Rostnarben, Geometrie und Zugänglichkeit entscheiden, was erreichbar ist. Eine pauschale Zusage geben wir nicht.

Muss nach dem Strahlen sofort beschichtet werden?

Gestrahlter Stahl kann wieder anrosten. Die Oberflächenvorbereitung sollte so geplant werden, dass der geforderte Grad unmittelbar vor der Beschichtung vorliegt. Termin und Witterung sollten Sie mit dem Beschichter abstimmen.

Ist Trockeneisstrahlen eine Alternative zum Entrosten?

Für fest haftenden Rost und die Vorbereitung für eine neue Beschichtung ist in der Regel abrasives Strahlen nötig. Trockeneis dient vor allem der Reinigung. Im Einzelfall entscheidet das Bauteil.

Entrostung vor Ort anfragen

Thermapack führt mobiles Sandstrahlen von Stahl und Metall direkt vor Ort aus – etwa an Geländern, Trägern, Hallenkonstruktionen, Toren, Maschinenbauteilen und Behältern, auch an großen, schwer transportierbaren Bauteilen. Das Strahlmittel wählen wir passend zu Material und Zielrauheit. Nennen Sie uns Material, Zustand, Abmessungen und den vom Beschichter geforderten Vorbereitungsgrad, dann prüfen wir vorab, was am Bauteil möglich ist. Den Unterschied zum Trockeneisstrahlen erklärt Trockeneisstrahlen oder Sandstrahlen.

Weiterlesen im Ratgeber

Quellen

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.

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