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Wie wird Trockeneis hergestellt?

Frisch produzierte Trockeneis-Pellets

Der Ausgangsstoff: flüssiges CO₂

Trockeneis ist festes Kohlendioxid (CO₂). Ausgangsstoff für die Herstellung ist laut DGUV Information 213-115 flüssiges CO₂. Es entsteht, indem gasförmiges CO₂ verdichtet und gekühlt wird. Flüssiges CO₂ lässt sich in Tanks mit geringem Aufwand und geringen Verlusten lagern und transportieren.

Daraus ergibt sich eine typische Arbeitsteilung, die die DGUV beschreibt: Flüssiges CO₂ wird zu den Produktionsstandorten gebracht, und Trockeneis wird dann in der Regel regional – auch von kleineren Unternehmen – hergestellt. So bleiben Transportwege kurz und die Verluste durch Sublimation gering. Sublimation bedeutet, dass Trockeneis ohne flüssige Phase direkt in Gas übergeht.

Woher das CO₂ kommt

Das CO₂ für die Industrie wird nicht eigens erzeugt, sondern überwiegend aus Prozessen gewonnen, in denen es ohnehin anfällt. Ein Sachstand der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages nennt als bisher wichtigste Quelle die Ammoniaksynthese für Düngemittel, weil das CO₂ dort vergleichsweise rein anfällt. Weitere Quellen sind unter anderem:

  • die Wasserstoff- und Synthesegaserzeugung in Raffinerien,
  • die Herstellung von Ethylenoxid,
  • moderne Bioethanolanlagen, die CO₂ aus der Vergärung von Mais oder Weizen aufreinigen,
  • vereinzelt große Biogasanlagen,
  • natürliche Quellen wie Vulkangebiete.

Je nach Quelle muss das Gas gereinigt, getrocknet und kontrolliert werden. Laut Bundestags-Sachstand hat das verdichtete CO₂ danach eine Reinheit von über 99 %. Für die Verwendung in Lebensmitteln gelten zusätzliche Anforderungen; lebensmitteltaugliches CO₂ trägt die Bezeichnung E 290 und wird auch als Trockeneis geliefert.

Wie empfindlich diese Lieferkette ist, zeigte das Jahr 2022: Wegen stark gestiegener Energiepreise drosselten Ammoniakhersteller ihre Produktion, und die Getränkeindustrie meldete eine erhebliche Verknappung von lebensmitteltauglichem CO₂.

Vom flüssigen CO₂ zum CO₂-Schnee

Kohlendioxid kann bei normalem Luftdruck nicht flüssig sein. Flüssig ist es nur oberhalb seines sogenannten Tripelpunkts von rund 5,2 bar und −56,6 °C (NIST). Genau das nutzt die Herstellung: In der Anlage wird das flüssige CO₂ laut DGUV auf Atmosphärendruck entspannt. Dabei verdampft ein Teil schlagartig und entzieht dem Rest so viel Wärme, dass dieser zu feinem CO₂-Schnee gefriert.

Dieser Schritt ist nicht verlustfrei. Die DGUV gibt an, dass die Umwandlungsrate von CO₂ in Trockeneis prozessbedingt nur bei etwa 40 bis 45 % liegt. Ein erheblicher Teil entweicht als Gas. Mit Rückgewinnungsanlagen lässt sich dieser Anteil deutlich reduzieren, indem das Gas wieder in den Prozess zurückgeführt wird.

Pressen: Pellets, Nuggets, Scheiben und Blöcke

Der CO₂-Schnee wird anschließend verdichtet. Die DGUV nennt als übliche Formen Blöcke, Scheiben, Nuggets und Pellets; Pellets und Nuggets gibt es in Größen von etwa 3 bis 16 mm. Je nach Verwendung wird das Trockeneis lose in Transportbehälter gefüllt oder in luftdurchlässige Beutel portioniert.

Welche Form sich wofür eignet, hängt vor allem von der Oberfläche ab: Kleine Pellets kühlen schnell und lassen sich fein dosieren, größere Nuggets sublimieren langsamer. Einen Vergleich lesen Sie im Ratgeber Pellets 3 mm oder Nuggets 16 mm.

Warum frisch produziertes Trockeneis zählt

Ab dem Moment der Herstellung sublimiert Trockeneis laufend. Deshalb ist der Zeitraum zwischen Produktion und Einsatz entscheidend. Thermapack produziert sein Trockeneis nach eigenen Angaben am Versandtag in Wiesmoor. In einer üblichen Isolierbox sublimieren laut Arbeitsschutzstellen von Universitäten rund 2,3 bis 4,5 kg pro Tag – je nach Box, Menge, Form und Außentemperatur. Wie lange Trockeneis durchhält, erklärt der Ratgeber Wie lange hält Trockeneis?

Arbeitsschutz in der Produktion

Weil bei der Herstellung zwangsläufig viel gasförmiges CO₂ entsteht, verlangt die DGUV wirksame Absaugung oder ausreichende Frischluftzufuhr und dass sich kein CO₂ in angrenzenden, tiefer liegenden Bereichen sammeln kann. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, ob eine stationäre Gaswarnanlage nötig ist. Da Temperaturen um −80 °C auftreten, gehören Kälteschutzhandschuhe und Schutzbrille zur Ausrüstung. Für Arbeiten mit verflüssigtem CO₂ gelten außerdem die Regeln für Gase unter Druck (TRGS 407).

Häufige Fragen

Kann man Trockeneis zu Hause herstellen?

Davon raten wir ab. Die Herstellung arbeitet mit flüssigem CO₂ unter Druck, und dabei wird viel Gas frei. Die DGUV beschreibt dafür Schutzmaßnahmen wie Absaugung, Gaswarnanlage und Kälteschutz, die zu Hause nicht gegeben sind.

Ist Trockeneis klimaschädlich?

Das CO₂ für Trockeneis wird überwiegend aus Prozessen gewonnen, in denen es ohnehin anfällt, etwa bei der Ammoniak- oder Bioethanolherstellung. Beim Sublimieren wird es wieder freigesetzt. Eine pauschale Klimabilanz lässt sich nicht angeben; sie hängt unter anderem von der CO₂-Quelle und den Transportwegen ab.

Warum wird nicht das ganze CO₂ zu Trockeneis?

Beim Entspannen verdampft ein Teil des flüssigen CO₂ und kühlt dadurch den Rest so stark ab, dass er zu Schnee gefriert. Laut DGUV werden so nur etwa 40 bis 45 % zu Trockeneis; Rückgewinnungsanlagen führen das Gas wieder in den Prozess zurück.

Woraus besteht der Nebel, wenn Trockeneis dampft?

Laut DGUV ist der sichtbare Nebel kondensiertes Wasser aus der Umgebungsluft. Das CO₂ selbst ist farblos.

Trockeneis aus Wiesmoor

Thermapack stellt Trockeneis selbst her und liefert es als Pellets 3 mm und Nuggets 16 mm in 5 bis 25 kg, größere Mengen auf Anfrage. Alle Varianten finden Sie in der Kollektion Trockeneis.

Weiterlesen im Ratgeber

Quellen

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.

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