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Wie viel Trockeneis brauche ich für den Versand?

Versandverpackung mit Trockeneis

Warum es keine Pauschalmenge gibt

Trockeneis ist festes Kohlendioxid (CO₂) mit einer Temperatur von etwa −78,5 °C. Es schmilzt nicht, sondern geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Diesen Vorgang nennt man Sublimation. Während des Versands wird das Trockeneis also laufend weniger. Wie schnell das geschieht, hängt von mehreren Faktoren ab, die sich von Sendung zu Sendung unterscheiden. Eine seriöse Mengenangabe lässt sich deshalb nur für eine bestimmte Kombination aus Verpackung, Ware und Laufzeit machen.

Die vier wichtigsten Einflussgrößen

  • Versanddauer: Je länger das Paket unterwegs ist, desto mehr Trockeneis sublimiert. Planen Sie nicht nur die reguläre Laufzeit ein, sondern auch mögliche Verzögerungen, etwa durch ein Wochenende oder einen Zustellversuch, der nicht klappt.
  • Isolierung: Wanddicke und Material der Isolierverpackung bestimmen, wie viel Wärme von außen eindringt. Eine gut isolierte Box verlangsamt die Sublimation deutlich. Untersuchungen der US-Luftfahrtbehörde FAA haben gezeigt, dass sich die Sublimationsraten je nach Behälter deutlich unterscheiden und bei wiederverwendeten Behältern ansteigen.
  • Paketgröße und Füllgrad: Leerräume in der Box enthalten warme Luft. Je weniger Leerraum, desto weniger Wärme muss das Trockeneis aufnehmen. Hohlräume lassen sich mit Papier oder zusätzlichem Trockeneis füllen.
  • Art der Ware: Bereits tiefgefrorene Ware bringt selbst Kälte mit und muss nur kalt gehalten werden. Ware, die wärmer verpackt wird, nimmt zunächst Kälte auf – dafür wird zusätzliches Trockeneis verbraucht.

Gefrorene oder nur gekühlte Ware?

Trockeneis eignet sich vor allem, um Tiefkühlware gefroren zu halten. Für Waren, die nur gekühlt (zum Beispiel zwischen 2 und 8 °C) ankommen und nicht gefrieren sollen, ist Trockeneis wegen seiner sehr niedrigen Temperatur nur bedingt geeignet: Was direkt am Trockeneis liegt, kann gefrieren. Für gekühlten Versand sind Kühlakkus mit Gel- oder Wasserfüllung oft die passendere Wahl. Ob eine Kombination sinnvoll ist, sollten Sie im Probeversand prüfen.

So schätzen Sie die Menge ab

Arbeitsschutzstellen von Universitäten nennen für eine übliche Isolierbox rund 2,3 bis 4,5 kg Sublimation pro 24 Stunden. Wie schnell es in Ihrem Paket geht, hängt von Box, Menge, Form und Außentemperatur ab. Mit diesem Richtwert können Sie grob abschätzen, wie viel Trockeneis beim Empfänger noch übrig ist:

  1. Legen Sie die maximale Versanddauer inklusive Reserve fest (zum Beispiel ein zusätzlicher Tag).
  2. Rechnen Sie mit einem Verlust von rund 2,3 bis 4,5 kg pro Tag – bei kleinen Mengen ist das ein hoher Anteil.
  3. Planen Sie so, dass bei Ankunft noch eine spürbare Restmenge im Paket ist. Ist das Trockeneis vollständig sublimiert, beginnt die Ware sich zu erwärmen.

Rechenbeispiel (nur zur Veranschaulichung)

Das folgende Beispiel ersetzt keine Prüfung Ihrer eigenen Verpackung. Es zeigt nur, wie sich der Richtwert von rund 2,3 bis 4,5 kg pro Tag vereinfacht auswirken kann:

Ausgangsmenge nach 1 Tag nach 2 Tagen nach 3 Tagen
5 kg ca. 0,5–2,7 kg ca. 0–0,4 kg aufgebraucht
10 kg ca. 5,5–7,7 kg ca. 1,0–5,4 kg ca. 0–3,1 kg
20 kg ca. 15,5–17,7 kg ca. 11,0–15,4 kg ca. 6,5–13,1 kg

Beispiel: Ein Paket mit 10 kg Trockeneis ist planmäßig einen Tag unterwegs, etwa bei Express-Zustellung am nächsten Werktag. Nach dem Beispiel wären bei Ankunft noch rund 5,5 bis 7,7 kg vorhanden, bei einem Tag Verzögerung im ungünstigen Fall nur noch rund 1 kg. Kleine Mengen wie 5 kg reichen deshalb nur für kurze Laufzeiten. In der Praxis kann der Verlust je nach Box, Außentemperatur und Füllgrad höher oder niedriger ausfallen.

Packtipps, die Trockeneis sparen

  • Kälte sinkt nach unten. Hersteller von Isolierbehältern empfehlen daher, Trockeneis oberhalb der Ware zu platzieren.
  • Hohlräume füllen, damit möglichst wenig warme Luft in der Box ist.
  • Die Box nach dem Packen nicht mehr unnötig öffnen – jedes Öffnen lässt warme Luft hinein.
  • Die Verpackung darf nicht luftdicht verschlossen sein. Das entstehende CO₂-Gas muss entweichen können, sonst baut sich Druck auf (siehe ADR, Abschnitt 5.5.3).
  • Trockeneis möglichst kurz vor dem Packen beziehen. Thermapack produziert es frisch am Versandtag.

Probeversand: der verlässlichste Test

Die genaueste Antwort auf die Mengenfrage liefert ein Probeversand unter realen Bedingungen. Packen Sie eine Testsendung genau so, wie Sie später versenden wollen, und schicken Sie sie an eine eigene Adresse oder einen Partner. Wiegen Sie das Trockeneis vor dem Versand und bei Ankunft, und messen Sie die Temperatur der Ware, zum Beispiel mit einem Datenlogger. So sehen Sie, wie viel Reserve noch vorhanden ist und ob Sie die Menge erhöhen oder verringern können. Wiederholen Sie den Test, wenn sich Verpackung, Paketdienst oder Jahreszeit ändern.

Beachten Sie außerdem: Trockeneis ist im Transportrecht als UN 1845 eingestuft. Ob und zu welchen Bedingungen Ihr Paketdienst Sendungen mit Trockeneis befördert, sollten Sie vorab dort erfragen.

Häufige Fragen

Reichen 5 kg Trockeneis für ein Paket?

Das hängt von Box, Ware und Laufzeit ab. Arbeitsschutzstellen von Universitäten nennen für eine übliche Isolierbox rund 2,3 bis 4,5 kg Verlust pro Tag. Von 5 kg wären nach einem Tag vereinfacht gerechnet noch rund 0,5 bis 2,7 kg übrig, nach zwei Tagen unter Umständen nichts mehr. Für längere Laufzeiten planen Sie deshalb mehr ein. Ob das für Ihre Ware genügt, zeigt ein Probeversand.

Warum kommt weniger Trockeneis an, als ich bestellt habe?

Trockeneis sublimiert laufend, auch in der Isolierverpackung. Die Gewichtsangaben von Thermapack beziehen sich deshalb auf den Versandzeitpunkt. Beim Empfang ist ein Teil bereits gasförmig entwichen.

Kann ich zu viel Trockeneis verwenden?

Für die Kühlung schadet mehr Trockeneis in der Regel nicht, es erhöht aber Gewicht und Kosten. Bei gekühlter, nicht gefrorener Ware kann zu viel Trockeneis die Ware gefrieren lassen. Außerdem können Paketdienste und Luftfracht Mengenbegrenzungen haben.

Pellets oder Nuggets – was ist besser für den Versand?

Größere Stücke haben im Verhältnis zu ihrem Gewicht weniger Oberfläche und sublimieren tendenziell langsamer. Für längere Tiefkühlversände werden deshalb häufig 16-mm-Nuggets gewählt. Kleinere Pellets geben ihre Kälte schneller ab.

Trockeneis und Verpackung von Thermapack

Thermapack stellt Trockeneis in Wiesmoor selbst her und liefert es frisch produziert in 5, 10, 20 oder 25 kg. Für den Tiefkühlversand eignen sich die Trockeneis-Nuggets 16 mm. Passende Isolierverpackungen finden Sie ebenfalls im Shop. Für größere Mengen erstellt Thermapack ein individuelles Angebot – sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

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Quellen

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften.

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